Märchenstund hat Gold im Mund

Am Samstag, den 4. Juni, begeisterte die Märchenerzählerin Sonja Fischer wieder das Haus Dorette. Die von den Bewohnerinnen lang herbei gesehnte Veranstaltung fand dann auch standesgemäß im Pavillon statt. Noch bevor Frau Fischer, im weiß-blauen Märchenkleid gewandet, ihre Vorstellung begann, waren die Plätze restlos besetzt. Aus ihrem großen Repertoire beglückte sie diesmal ihre Zuhörer mit drei Grimm`schem Märchen: „Der Froschkönig“, „Die kluge Bauerstochter“ und „Hans im Glück“. Mit ihrer ausdrucksvollen Gestik und Mimik und lebhaftem Erzählen entführte sie die Anwesenden sogleich in die märchenhafte Welt vergangener Tage. Dabei bezog sie die Bewohnerinnen immer wieder mit Zwischenfragen in die Geschehnisse ein, die ihrerseits engagiert, mit Charme und Witz und mit großem Spaß, bisweilen mit verbalem Schabernack, der zur allgemeinen Belustigung beitrug, die Märchen und deren Merkmale errieten (wie Anfang und Ende: „Es war einmal…, „In einem Land, vor unserer Zeit“…, „Und wenn sie nicht gestorben sind“…). Diese kreativen Ratepausen untermalte und füllte Frau Fischer mit dem Spiel auf ihrer Märchenflöte. Zwischen den einzelnen Stücken und passend zum Thema Märchen, widmeten sich die anwesenden Damen mit großer Begeisterung und bei Gitarrenbegleitung, der hohen Kunst des Singens traditioneller Volkslieder, wie „Am Brunnen vor dem Tore“ oder „Kein schöner Land“. So war die Stimmung unter den Anwesenden von Anfang bis Ende fröhlich und alle hatten immer wieder viel zu lachen. Der Vormittag flog nur so dahin und auch das Abschlussgedicht von Rainer Maria Rilke, „Die unschuldige Rose“, konnte das Bedauern des Endes kaum mildern. Unter den Damen herrschte allseitiges Einvernehmen darüber, dass ein solch märchenhafter Nachmittag, mit Erzählen und Singen, unbedingt eine Fortsetzung verdient habe. Denn: Eine so vorgetragene Märchenstund hat eben Gold im Mund.

Anna Carl

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